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Aufschlagmarken von Bomben auf Pflastersteinen

Immer wenn ich mit dem Rad zum Wochenmarkt in unserem Viertel auf dem Kieler Westufer unterwegs war, sind mir im Kopfsteinpflaster ganz bestimmte Steine aufgefallen. Sie zeigten, vom Zentrum ausgehend, mehr oder weniger sternförmig nach außen gehende Risse.

Pflasterstein Scharnhorststr

Keine Anzeichen einer normalen Verwitterung, denn die sieht bei Granit anders aus und ist bei Pflastersteinen sowieso unwahrscheinlich. Es musste eine massive Gewalt punktuell auf den Stein eingewirkt haben. Ein früherer Arbeitskollege, der als Jugendlicher im zweiten Weltkrieg die Luftangriffe auf Kiel miterlebt hatte, erzählte mal davon, dass Brandbomben ihre Spuren auf dem Pflaster hinterlassen hätten und dass die in irgendeiner Straße noch sichtbar seien. Nur habe ich vergessen, welche Straße er genannt hatte. Auch fehlte mir eine genaue Beschreibung. Aber so etwas musste das hier sein: Aufprallmarken entweder von Stabbrandbomben oder von Blindgängern. (Die Detonation einer Sprengbombe hätte sicher ein größeres Loch gerissen.)

Letztens hat es in der Yorkstraße Bauarbeiten gegeben. Zwar wurde das historische Kopfsteinpflaster wieder ordentlich verlegt, aber der eine besagte Stein ist dabei verschwunden. Grund genug für mich, die anderen Steine mit einer ebensolchen Aufschlagmarke zu fotografieren, bevor auch er irgendwann unbeachtet abhanden kommt. Einen fand ich ganz in der Nähe in der Scharnhorststraße (Abb. oben und nachfolgend)

Kopfsteinpflaster Scharnhorststr

Weniger auffällig dieser Plasterstein in der Yorkstraße:

Aufschlagmarke Yorkstr

Ich lade dazu ein, auch mal auf die kleinen, unscheinbaren Zeichen der Geschichte in unseren Städten und sonstwo in der Landschaft zu achten.

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